Leitungswasser ist frisch, überall verfügbar und schont die Umwelt. Trotzdem nimmt in Deutschland der Flaschenwasserkonsum weiter zu. Das dreijährige Projekt Wasserwende – Trinkwasser ist Klimaschutz von a tip: tap e.V. leistet Aufklärungsarbeit und will Lust auf und Bewusstsein für das kostbare Gut Trinkwasser machen. Neben erfreulich vielen weiteren Partnern unterstützt auch Panterito das BMU-geförderte Projekt.

Zum Projektauftakt auf dem Berliner Umweltfestival rund um die Siegessäule haben wir mit den Wasserspender*innen von a tip: tap angestoßen. Bei der ersten Sommerhitze wurde die Erfrischung von vielen Festivalbesuchern gerne angenommen.

12 Wasserquartiere in verschiedenen Städten verteilt über ganz Deutschland werden im Lauf des Projekt geschaffen. Mit Karlsruhe-Ost, Berlin Moabit und dem Campusviertel Marburg starten die ersten drei im Lauf der zweiten Jahreshälfte.

Fotos vom Projektauftakt und mehr Infos über die Aktivitäten in den Wasserquartieren gibt es auf unserer Projektseite und natürlich auf der Homepage der Wasserwende.

Leaving no one behind – water and sanitation for all

lautet das Motto des diesjährigen Weltwassertags. Denn nach wie vor haben weltweit rund eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sicherem und sauberem Trinkwasser, wie diese anschauliche Infografik auf Basis der UN-Zahlen zeigt. Das unterstreicht auch nochmal der Water Development Report der UNESCO, der wenige Tage vorher erschienen ist.

Mit zahlreichen lokalen Veranstaltungen wird auf diese Problematik, aber auch den Luxus eines funktionierenden und sicheren Trinkwassersystems, wie wir es haben, aufmerksam gemacht. Für Berlin hat beispielsweise der Verein a tip: tap eine ausführliche Zusammenfassung erstellt.

Höhere Qualitätsstandards und Förderung von Leitungswasserkonsum zur Müllvermeidung in den EU-Staaten, das sind die Grundpfeiler der neuen EU-Richtlinie, die die 20 Jahre alte Vorgängerfassung ablösen soll.

Striktere Schadstoffgrenzen

Nach Angaben der EU ist die Leitungswasserqualität in Deutschland und der EU bereits überwiegend sehr gut. Dennoch sollen mehr Kontrollen eingeführt und Grenzwerte für Chemikalien und Mikroorganismen angezogen werden. Für Arzneimittel und Mikroplastik sind bislang keine Grenzwerte vorgesehen, der Gehalt dieser Stoffe im Leitungswasser soll allerdings beobachtet werden.

Weniger Plastikflaschen, mehr Leitungswasser

Der zweite Aspekt ist, beispielsweise mittels öffentlichen Trinkwasserbrunnen oder kostenlosem Leitungswasser in Restaurants den Konsum zu steigern, damit Verpackungsmüll und Transportwege von Flaschenwasser vermieden werden. Nach Angaben der europäischen Bürgerinitiave Right2Water muss allerdings nicht nur die ständige, sondern auch die erstmalige Verfügbarkeit gesichert werden. Eine Million Menschen in der EU haben demnach keinen Zugang zu Trinkwasser und bis zu acht Millionen fehlt der Zungang zu sanitären Anlagen.

Wie lange es noch dauert

Nachdem das Europaparlament im Oktober 2018 den Vorschlägen der EU-Kommission zugestimmt hatte, beraten nun die EU-Umweltminister über die konkrete Formulierung. Der aktuelle Entwurf wurde Ende Februar vorgelegt. Sobald Paralament und EU-Staaten eine Einigung finden, können die Änderungen in Kraft treten.

Dabei gibt es noch verschiedene Diskussionspunkte. Die Forderung von Linken und Grünen beispielsweise, Gastronomen zu verpflichten, ihren Gästen Leitungswasser kostenfrei anzubieten wie es in Frankreich bereits gilt, wurde bereits in Richtung einer Empfehlung auf freiwilliger Basis gekippt.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze signalisierte bereits ihre Zustimmung zur aktuellen Version. Eine endgültige Entscheidung vor der Europawahl Ende Mai ist jedoch nicht mehr anzunehmen.

Wieviel Ackerfläche steht mir für Essen und Agrarrohstoffe zur Verfügung? Diesen Ansatz verfolgt das Projekt Weltacker der Zukunftsstiftung Landwirtschaft. Neben den begehbaren 2000 m2 in Berlin Pankow hat das Team jetzt einen sehr genauen Flächenrechner für unsere täglichen Mahlzeiten veröffentlicht. Man kann aus fertigen Gerichten wählen und anschließend individualiseren. So sieht man genau, wie ressourcenschonend der eigene Alltag tatsächlich ist.

Meine sehr einfache Portion Pasta mit Tomaten-Oliven-Sauce von heute mittag liegt mit 1,08 m2 und 26% des Tagesanteils der zur Verfügung stehenden Ackerfläche gut im Schnitt. Als ich den Cappuchino und drei Cookies zum Nachtisch (ist eben ehrlich) hinzufüge, ändert sich das schlagartig. Mit 4,21 m2 sind jetzt genau 100% meines Tagesanteils Ackerfläche aufgebraucht. Frühstück, Abendessen, Getränke und Zwischensnacks nicht miteingerechnet.

Klickt man sich ein bisschen durch die Optionen wird schnell klar, tierische und verarbeitete Produkte fallen am meisten ins Gewicht. Hier ist Verzicht also aus ökologischer Sicht am effektivsten. Spannend ist auch, zu sehen, aus welchen Bestandteilen verarbeitete Gerichte bestehen und wie stark diese ins Gewicht fallen. Wieviel Kilo Tomaten stecken in Tomatenmark oder einer Dose passierten Tomaten? Eine kleine Entdeckungsreise durch den Hintergrund unseres Tellerinhalts, der zum Nachdenken anregt und zeigt: Es ist durchaus möglich mit seinen 4,2 m2 auszukommen, wenn wir uns an den richtigen Stellen beschränken.