Höhere Qualitätsstandards und Förderung von Leitungswasserkonsum zur Müllvermeidung in den EU-Staaten, das sind die Grundpfeiler der neuen EU-Richtlinie, die die 20 Jahre alte Vorgängerfassung ablösen soll.

Striktere Schadstoffgrenzen

Nach Angaben der EU ist die Leitungswasserqualität in Deutschland und der EU bereits überwiegend sehr gut. Dennoch sollen mehr Kontrollen eingeführt und Grenzwerte für Chemikalien und Mikroorganismen angezogen werden. Für Arzneimittel und Mikroplastik sind bislang keine Grenzwerte vorgesehen, der Gehalt dieser Stoffe im Leitungswasser soll allerdings beobachtet werden.

Weniger Plastikflaschen, mehr Leitungswasser

Der zweite Aspekt ist, beispielsweise mittels öffentlichen Trinkwasserbrunnen oder kostenlosem Leitungswasser in Restaurants den Konsum zu steigern, damit Verpackungsmüll und Transportwege von Flaschenwasser vermieden werden. Nach Angaben der europäischen Bürgerinitiave Right2Water muss allerdings nicht nur die ständige, sondern auch die erstmalige Verfügbarkeit gesichert werden. Eine Million Menschen in der EU haben demnach keinen Zugang zu Trinkwasser und bis zu acht Millionen fehlt der Zungang zu sanitären Anlagen.

Wie lange es noch dauert

Nachdem das Europaparlament im Oktober 2018 den Vorschlägen der EU-Kommission zugestimmt hatte, beraten nun die EU-Umweltminister über die konkrete Formulierung. Der aktuelle Entwurf wurde Ende Februar vorgelegt. Sobald Paralament und EU-Staaten eine Einigung finden, können die Änderungen in Kraft treten.

Dabei gibt es noch verschiedene Diskussionspunkte. Die Forderung von Linken und Grünen beispielsweise, Gastronomen zu verpflichten, ihren Gästen Leitungswasser kostenfrei anzubieten wie es in Frankreich bereits gilt, wurde bereits in Richtung einer Empfehlung auf freiwilliger Basis gekippt.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze signalisierte bereits ihre Zustimmung zur aktuellen Version. Eine endgültige Entscheidung vor der Europawahl Ende Mai ist jedoch nicht mehr anzunehmen.