Die Energiewende vorantreiben, Infrastruktur als Grundstein für Wertschöpfung schaffen, Fluchtursachen bekämpfen – und damit Geld verdienen. Africa GreenTec vereint all diese Aspekte und lädt ein, per Crowdfunding an ihrem (Sozial)Unternehmen teilzuhaben. Panterito ist dem Aufruf gefolgt und stellt euch daher Arbeit und Ziele von Africa GreenTec vor.

Kern sind die Solartainer: Plug & Play Solaranlagen – PV-Panele mit insgesamt 50 kWp plus Batterie – in Containern. Sie bringen Strom in Gebiete in Subsahara-Afrika, die nicht an ein öffentliches Netz angeschlossen sind. Africa GreenTec ist hauptsächlich in Mali und Niger aktiv, Anlagen im Senegal sind gerade in der Vorbereitung. Diese Länder bewegen sich am unteren Ende des Human Development Index und haben mit politischer Instabilität und starkem Einfluss terroristischer Gruppierungen zu kämpfen. Gerade die schwierige Situation heißt bei erfolgreicher Umsetzung, dass ein großer Impact erreicht wird.

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Die Kosten für den Bezug des Solarstroms von Africa GreenTec liegen deutlich unter den Kosten für Diesel und sind damit für jeden attraktiv. Hauptsächlicht zielt das Unternehmen allerdings auf Betriebe, kleine und mittlere, die durch die neuen Möglichkeiten gegründet werden oder ihre Produktivität erhöhen können. Der Handwerksbetrieb, der ab sofort ein Schweißgerät mit 3 kW einsetzen kann. Das Internetcafé, das vom mitgelieferten Anschluss ans weltweite Netz profitiert. Diese mittelständischen Betriebe schaffen Mehrwert, Wachstum und Arbeitsplätze. Africa GreenTec befähigt sie und leistet damit in der Sekundärwirkung auch Armuts- und Migrationsbekämpfung. Ihren SDG-Impact stellt das Social Business anschaulich auf der Webseite dar. Als Entwicklungshilfeorganisation will es aber explizit nicht gesehen werden:

Africa GreenTec positioniert sich eben nicht als Charity Organisation, sondern wir verlangen Geld für unsere Dienstleistungen. Das heißt, in Mali und Niger verkaufen wir Strom, Internetzugänge und Kühlsysteme und die Menschen müssen dafür Geld bezahlen – einen fairen Preis, der deutlich unter dem liegt, was sie für Diesel ausgeben müssen. Aber diese Partnerschaft auf Augenhöhe, die ja in der Politik gerne propagiert wird, die leben wir von Anfang an.

Torsten Schreiber, Gründer und CEO

Inzwischen versorgen 20 Anlagen mit je 5-7 km Stromnetzen knapp 25.000 Menschen fast rund um die Uhr mit Strom. Die eigentliche Expertise des Unternehmens liegt nach eigener Aussage in der Planung, Steuerung, Messung und dem Betrieb der Inselnetze in den Extremregionen. Technisch sind sie mit Smart Metern, die flexibel per Fernzugriff tarifiert werden können, auf neustem globalen Standard. Damit bietet Africa GreenTec genau das Know-how und die Technik, die nach einer Weltbankstudie für den anstehenden Ausbau von Off-Grid-Anlagen benötigt wird. Der Bedarf an Minigrids liegt demnach weltweit bei 210.000 – Mitte 2019 waren in Afrika etwa 5.500 errichtet oder in Planung, Tendenz stark steigend. Mit der Behörde für die ländliche Elektrifizierung in Niger gibt es schon Vereinbarungen über weitere 50 Anlagen. Insgesamt haben in Subsahara-Afrika immer noch 600 Millionen Menschen keinen Zugang zu Elektrizität.

Für diese kommende Skalierung wird Kapital benötigt. Aus der Geschichte von Torsten Schreiber liegt der Crowdfundingansatz nahe (so kam er überhaupt erst zusammen mit seiner Frau Aida auf einem unvorhergesehenen Umweg zur Idee für Africa GreenTec → hörenswerte Geschichte z.B. hier). Die Kampagne ist im Mai gestartet. Nach aktuellem Stand haben sich 284 Investoren mit 650.000 € beteiligt. Da ist noch einige Luft nach oben. Die Laufzeit ist unbegrenzt. Für seine Investition erhält man Genussrechte und wird darüber direkt an der Wertsteigerung des Unternehmens und dem Bilanzgewinn beteiligt. Man muss nur etwas Geduld mitbringen – außer es kommt zu einem Exitereignis.

Um die Idee möglichst weit zu streuen, betreibt Africa GreenTec eine sehr aktive Kommunikation: Torsten Schreiber scheint von Interview zu Interview zu springen. Aber auch der facebook- und der linkedIn-Kanal des Unternehmens bieten regelmäßig spannende Hintergründe auch über die eigenen Projekte hinaus.

Bilder: Africa GreenTec