Aufbauend auf der größten Meta-Analyse des globalen Nahrungsmittelsystems zeigt Hannah Ritchie von der Oxford University die Bedeutung der einzelnen Prozesschritte für den CO2-Fußabdruck von 29 Produkten – mit spannenden Ergebnissen:

  • Regionalität spielt beim Carbon Footprint der untersuchten Nahrungsmittel eine untergeordnete Rolle – er wird nur dann relevant, wenn statt per Schiff mit dem Flugzeug befördert wird. Das ist besonders bei leicht verderblichen Produkten wie Beeren, Spargel oder grünen Bohnen der Fall.
  • Der Hauptteil der Emissionen fällt auf die veränderte Bodennutzung (wo eine Weide ist, steht kein Wald) und die landwirtschaftlichen Prozesse (Methanausstoß insbesondere durch Rinder, aber auch Reispflanzen, Emissionen durch Dünger, Gülle und landwirtschaftliche Maschinen). Saisonaler Anbau in den Herkunftsländern ist deshalb sehr sinnvoll.
  • Absoluter Spitzenreiter ist Rindfleisch, wobei zwischen Fleisch aus Milchviehhaltung und reiner Fleischzucht unterschieden wird. Letzteres bringt dreimal soviel CO2 auf sein Konto wie das Fleisch der Milchkühe.
  • Für alle tierischen Produkte kommt immer noch ein beträchtlicher Anteil Emissionen für die Futtermittel hinzu. Von den 29 analysierten Nahrungsmitteln sind in der Hälfte mit dem größeren Fußabdruck die tierischen Produkte – und Schokolade, Kaffee, Palm-, Olivenöl und Reis.
  • Nüsse und Olivenöl bekommen für den Agroforstaufbau negative Emissionen angerechnet.
  • Verarbeitung, Transport, Einzelhandel und Verpackung machen zum Aktuellen Zeitpunkt einen relativ geringen Teil der Nahrungsmittelemissionen aus. Dafür stellt eine pflanzenbasierte Ernährung tatsächlich einen großen Unterschied dar.
  • Milch, Eier, Fisch, Geflügel- und Schweinefleisch verursachen etwa halb so viele Emissionen wie rotes Fleisch, Käse, Schokolade und Kaffee.

Wer noch genauer einsteigen möchte, findet hier die ausführlichen Ergebnisse der Analyse zu Umweltauswirkungen von Landwirtschaft und Nahrungsproduktion von Hannah Ritchie und Max Roser.